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Drahtlos-Audio für zuhause: Smartphone, Bluetooth-Empfänger, Lautsprecher und NFC-Tags

Das ist quasi schon die Zutaten-Liste für ein kostengünstiges, kabelloses (okay, kabel-armes) HiFi-System in der Wohnung. Bereits im Mai 2011 hatte ich ja mal etwas davon geträumt, wie man das machen könnte. Genau so hab ich es allerdings nie umgesetzt. Die dort beschriebene NAS-Lösung hatte ich mal, jedoch hat mir ein dicker Stromausfall in Hannover das NAS und die zwei HDDs darin zerstört, seitdem bin ich etwas ratlos, worauf ich vertrauen soll. Aber das ist ein anderes Thema. Hier soll es nun um Audio-Übertragung gehen.

Das Setup

- Logitech schnurloser Musikadapter für Bluetooth Audiogeräte 29,90 Euro
- Logitech Z323 2.1 Lautsprechersystem 30 W RMS 38,22 Euro
- 5 NFC-Tags mit 1Kb 18,99 Euro (vor längerem bereits angeschafft)
- mein Smartphone Samsung Galaxy Nexus
- viel viel Musik, damit man auch was zu hören hat

Das Anschließen ist leicht: Lautsprecher ordentlich zusammenstecken und an den AUX-IN die Kabel vom Bluetooth-Adapter verbinden. Einmalig findet ein Pairing von Smartphone an den Bluetooth-Empfänger statt, was bei diesem Gerät (bzw. dieser Gerätekombination) überhaupt keine Herausforderung war. Zum NFC-Tag kommen wir später.
Man kann natürlich auch mehrere Bluetooth-Empfänger und Lautsprecher verwenden und sich so eine einfachere Version eines Multi-Raum-Audio-Systems basteln. (Die Reichweite von Bluetooth ist natürlich begrenzt, aber für meine Wohnung reicht's).

Musik abspielen

Stellt man beim Smartphone Bluetooth ein und der Bluetooth-Adapter läuft bereits (rotes Lämpchen leuchtet) verbinden sich diese automatisch (rotes Lämpchen wechselt auf grüne Farbe). Sind die Boxen bereits eingeschaltet kann man nun am Smartphone Musik abspielen und kurz darauf ertönt diese aus den Lautsprechern.

Musik per Bluetooth ist immer leicht verzögert, da die Musik zwischengespeichert wird um kleinere Verbindungsprobleme zu überbrücken. Also man drückt am Smartphone auf "Play" und spätestens nach einer Sekunde läuft die Musik. Das stört bei reiner Musikwiedergabe keineswegs. Jedoch ist diese Variante der Audiowiedergabe beispielsweise nicht geeignet, wenn man so den Ton eines Filmes wiedergeben will - das Bild und der Ton würden nicht synchron sein und ich nehme an, dass nicht nur mich sowas stört.

Nun hat man auf seinem Smartphone ja nicht immer seine gesamte Musiksammlung parat, bei meinem Smartphone ist dies allein schon durch den fest verbauten Speicher begrenzt. Nun gibt es ja aber diese sogenannte "Cloud", von der man immer wieder hört. Schon seit längerem lade ich viel meiner lokal gespeicherten Musik auf Google Music hoch, da ich ein Android-Smartphone habe kann ich mit diesem im WLAN problemlos alle bei Google Music von mir gespeicherten Lieder streamen und habe somit schon mal Zugriff auf diverse Sachen, die ich nicht lokal auf dem Smartphone gespeichert habe.
Aber es geht noch besser: Nahezu alle meine in den letzten Jahren digital gekaufte Musik (und das ist viel...) habe ich bei Amazon gekauft. Von Amazon gibt es nun seit einiger Zeit die schöne App "Amazon MP3" und die erlaubt es mir auf alle(!) meine dort gekauften Songs und Alben zuzugreifen und sie über mein Smartphone zu streamen (hierzulande natürlich nur sinnvoll über WLAN).
Spätestens mit der Mischung aus lokalen MP3s auf dem Smartphone und gestreamter Musik via Amazon MP3 und Google Music habe ich Zugriff auf eine riesige Menge an Musik. Wem das auch noch nicht reicht kann im lokalen Netzwerk seine Musik per UPnP freigeben, es gibt genügend Apps die diese im Netzwerk finden und ebenfalls dann streamen können.

Automatisieren mit NFC-Tags

"Bluetooth starten", "Player starten", "Play drücken". "Pause drücken", "Player schließen", "Bluetooth ausstellen". Die ersten drei Dinge muss man immer machen, bevor man Musik hören kann, die letzten drei wenn man fertig ist. Sowas lässt sich bestens automatisieren. Dafür positioniert man einfach eines der fünf NFC-Tags beim Bluetooth-Empfänger (oder wo es einem beliebt) und beschreibt dieses mit Aufgaben. Ich habe dafür die App "NFC Aufgaben-Launcher" verwendet. Hier richtet man einfach ein neues Tag ein, wählt den "Switch" als Option. "Switch" bedeutet man kann zwei Aktions-Sammlungen speichern. Beim ersten Kontakt wird die erste Sammlung ausgeführt, beim nächsten die zweite, dann wieder die erste und so weiter.
Als erste Aktions-Sammlung ist definiert Bluetooth einzuschalten und die Medienwiedergabe zu starten (das beinhaltet auch das Starten der "Play Music"-App. Beim nächsten Kontakt mit dem NFC-Tag werden diese Aktionen ausgeführt: "Pause" (bedeutet ein Stoppen der Musikwiedergabe) und Bluetooth ausschalten. Speichern, NFC-Tag beschreiben und fertig.

Zukunftsmusik für Android: Strom an Bluetooth-Adapter und Lautsprecher ebenfalls automatisieren

Da ist ja nun nur noch eine Kleinigkeit: Derzeit muss ich immer noch die Dreier-Steckdose einstöpseln an der der Bluetooth-Empfänger und die Lautsprecher hängen, denn ich will ja nicht den ganzen Tag die Geräte laufen haben, obwohl ich sie gar nicht benutze. Aber da könnte es bald Abhilfe geben: Der Steckdosen-Adapter "WeMo" von Belkin ist im Moment nur für iOS-Geräte verfügbar, aber Android ist in Planung. Diesen Adapter könnte man nun zwischen Steckdose und Dreier-Stecker hängen und mit in den Automatisierungsprozess integrieren. Die Belkin-Steckdosen sind auch bereits beim Automatisierungs-Dienst IFTTT integriert. Man könnte so also z.B. bei Verbindung mit dem NFC-Tag eine E-Mail verschicken die IFTTT mitbekommt und daraufhin den Strom einschaltet. Der selbe Weg zum Ausschalten.

Keine Frage, diese Automatisierungen sind nichts weltbewegendes, sie nehme einem keine schwere Last ab. Aber wenn man von Technik begeistert ist und die Frage nach dem "Wieso machst du das?" bekommt, ist die Antwort eben oft "Weil es geht." - so auch hier (und weil's Spaß macht).

  1. #1 Hoan [www] meinte am

    Ich hatte in meiner alten WG noch das Programm Airfoil benutzt, um Musik in allen drei Zimmern synchron zu streamen. Mittlerweile gibt es das Programm auch für Windows und das streamen geht sogar auf Android und Linux Systeme, funktioniert auf jeden Fall gut.
    Als Alternative zum WeMo kann man auch ein Raspberry Pi + Funksteckdosen nehmen. Muss du zwar ein bisschen löten und programmieren, aber damit bis du viel flexibler, kannst z.B. auch das Pi direkt als Video- und Audiostreamquelle nehmen, es mit NFC versehen, oder es auch mit IFTTT steuern. (Raspberry Pi ist eh voll cool obernerdig :-D)

  2. #2 Hilko (@maczarr) [www] meinte am

    Hey Hoan, Danke fuer den Tipp, Airfoil sieht gut aus! Ja 'n Raspberry Pi waer' schon geil, wenn ich jetzt noch wuesste, wann ich mich damit beschaeftigen koennte... :(

  3. #3 chris (@chriskloss) [www] meinte am

    Den Artikel hätte ich um Weihnachten 2012 gebrauchen können. Da stand ich auch vor der Qual der Wahl und habe mich schlussendlich für einen kleinen portablen Bluetooth Lautsprecher entschieden, der, erstaunlich aber wahr, echt guten Klang macht. Die Spielerei mit den NFC Tags fehlt mir aber noch ;)

  4. #4 Hilko (@maczarr) [www] meinte am

    Moin Chris, sorry ich versuch' demnaechst hellseherischer zu schreiben. ;) Wenn der Bluetooth-Lautsprecher gut klingt hast du ja aber zum Glueck auch eine gute Loesung gefunden! Das NFC-Tag laesst sich ja aber auch dabei noch gut "hinzufuegen".

  5. #5 Teon meinte am

    Danke für den gelungenen Artikel. Aber, ob die Automatisierung von "Bluetooth starten", "Player starten", "Play drücken". "Pause drücken", "Player schließen", "Bluetooth ausstellen" wirkllich sinnvoll ist, bleibt Geschmackssache

  6. #6 Chris (@chriskloss) [www] meinte am

    So NFC Tags sind da. App ist installiert. Nun heißt es basteln ;)

  7. #7 Hilko (@maczarr) [www] meinte am

    @Teon: Keine Frage, das ist natuerlich Geschmackssache.
    @Chris: Yay, viel Spaß beim Basteln. Das macht ja fast am meisten Spaß. ;)

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