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Kon'nichiwa - Japan, Reisevorbereitungen und Sprache lernen

Japan klang für mich immer wie ein fernes Land, über das ich nur hören und lesen, das ich aber niemals selbst sehen würde. 2011 sollte sich das ändern. Für einige Tage war ich damals in Tokyo und fand' es großartig. In diesem Herbst soll es erneut nach Japan gehen und diesmal für ganze drei Wochen. Neben Tokyo stehen Kyoto, Fukuoka und dann zum Schluss nochmal kurz Tokyo auf dem Plan.

Sprache

Damals konnte ich im Prinzip kein Wort japanisch, "Domo arigato" ("Vielen Dank") hatte ich drauf, aber sonst auch nichts. Für diese Reise liegen die Ansprüche etwas höher. Seit April diesen Jahres übe ich täglich 5-10 Minuten Vokabeln mit der App "Drops", das funktioniert ganz gut, macht Spaß und ich habe schon einen weitaus besseren Einblick, wie diese Sprache funktioniert, als zuvor. Jedoch mache ich mir keine Illusionen, ich werde mich in Japan sicherlich nicht unterhalten können, dafür reicht es einfach noch nicht aus. Aber vielleicht kann ich mal ein paar Stichworte hinwerfen, wenn man mal wieder versucht sich mit Händen und Füßen zu verständigen.
Was die Sprache für mich auch durchaus schwierig macht ist, dass es keine Basis gibt, von der man etwas ableiten könnte. Es ist keine romanische Sprache, die Schrift kann ich nicht lesen und ich kenne keine Worte. Zur Schrift übrigens auch: Es gibt Schriftzeichen in Hiragana, Katakana und Kanji. Also auch nicht nur ein Schriftsystem – macht das Ganze nicht einfacher. Und obwohl es aus reinem Effektivitätsgedanken nicht sinnvoll ist japanisch zu erlernen, da die Sprache im Prinzip nur in Japan gesprochen wird, verliert es dennoch nicht seinen Reiz.
Jedenfalls bin ich gespannt, wie sehr mein erlernter Wortschatz in den drei Wochen von Nutzen sein wird.

Unterkünfte

In Japan gibt es unterschiedliche Möglichkeiten der Übernachtung. Neben gängigen und bekannten Möglichkeiten, wie Hotels und Hostels, gibt es auch das Ryokan, ein auf Reisende ausgelegtes Hotel, das traditionell japanisch eingerichtet ist. Wie so oft in Japan gibt es neben dem traditionellen aber auch das futuristisch-abgedrehte: Kapselhotels. Entstanden aus Platzmangel sind das viele Röhren über- und nebeneinander, wo genau eine Person drin Platz hat zum Schlafen. Am offenen Ein-/Ausstiegsende kann ein Vorhang geschlossen werden. Sanitäre Anlagen sind Gemeinschaftsanlagen. Vorteil des Kapselhotels, weshalb es oft von beruflich Reisenden genutzt wird: es ist sehr günstig.

Für unsere Reise haben wir uns bisher für normale Hotels entschieden. Dabei mussten wir noch nie unser Preislimit von 50,- Euro pro Person pro Nacht überschreiten und konnten sogar fast immer merklich darunter bleiben. In Kyoto beispielsweise liegen wir sogar nur bei 30,- Euro pro Person pro Nacht. Jedenfalls soweit man das bis jetzt sagen kann. Denn final wird der Preis meist erst kurz vor Reiseantritt in Rechnung gestellt zum dann gültigen Wechselkurs – wir könnten also Pech haben oder auch Glück, das bleibt abzuwarten. Außerdem kommt in einigen japanischen Städten noch eine Übernachtungssteuer hinzu. Kyoto beispielsweise hat diese 2018 eingeführt. Dabei wird bei einem Hotelpreis pro Nacht von bis zu 20000 Yen eine Gebühr von 200 Yen fällig. Aber um das mal in Relation zu setzen: 200 Yen entsprechen gerade 1,65 Euro. Bei Höheren Hotelpreisen steigt auch die Gebühr auf bis zu 1000 Yen.

Wo wir gerade bei Gebühren sind: Bei der Ausreise per Flugzeug oder Schiff muss man ebenfalls nochmal 1000 Yen (aktuell 8,26 Euro) zahlen. Dies hat Japan Anfang diesen Jahres eingeführt. Diese Gebühr soll allerdings bereits von den jeweiligen Veranstaltern, also z.B. der Airline, eingezogen werden.

Reisen vor Ort

Da diesmal nicht nur der Besuch von Tokyo auf dem Plan steht muss man auch irgendwie durch das Land reisen. Japan ist das Land des (sehr pünktlichen) Schnellzuges und der ist Ideal um quer durch's Land zu reisen. Für Touristen (Einheimische sind tatsächlich ausgeschlossen) gibt es den Japan Rail Pass, mit dem man für 7, 14 oder 21 Tage im ganzen Land nahezu alle Verkehrsmittel der JR Group benutzen kann - dazu gehört auch der Schnellzug Shinkansen. Wir werden einen Pass für 14 Tage kaufen und das ganze so timen, dass wir die Tage davor und danach in Tokyo sind. In Deutschland kann man via Reisebüro nur einen Gutschein kaufen, diesen muss man dann innerhalb von drei Monaten nach dem Kauf in Japan eintauschen gegen den richtigen Japan Rail Pass. In den Städten wird man natürlich viel zu Fuß machen, aber sicherlich auch die Metro brauchen, ein paar Metro-Pläne (z.B. von Tokyo, Osaka und Kyoto) gibt es auf der Website von jrpass.com (ganz unten).
Unser Reiseführer hat uns noch geflüstert, dass es ein 3-Tage All-You-Can-Ride Ticket für ganz Kyūshū für 10000 Yen (ca. 84,- Euro) gibt. Damit könnte man Kyūshū sehr schön von Fukuoka aus erkunden.

Allgemeines

Als Deutsche können wir in Japan ohne Visum bis zu 90 Tage Urlaub machen. Die übliche Einreise- und Zollkarte muss natürlich trotzdem ausgefüllt werden, dazu habe ich einen ausführlichen Blog-Beitrag gefunden. Für Japan gibt es keine verpflichtenden Impfungen, sagt das Auswärtige Amt. Dennoch werden natürlich die Standardimpfungen empfohlen und es wird auf die Japanische Enzephalitis hingewiesen. Laut Wikipedia empfielt die WHO (Weltgesundheitsorganisation) die Impfung nur, wenn man sich mindestens einen Monat in ländlichen Gebieten aufhält und dass auch nur in der mückenreichen Jahreszeit. Der Oktober zählt normalerweise nicht mehr dazu.

Soweit erstmal der Stand der Planung und Erkenntnisse. Die Vorfreude ist auf jeden Fall groß! Eventuell gibt's vorher nochmal ein Update, allerdings spätestens natürlich einen Bericht nach der Rückkehr!