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Kurz gucken, ob‘s Kuba noch gibt

Kürzlich war ich beruflich für einen Tag in Berlin. Es ging morgens gegen 6 Uhr mit dem Zug hin und ich war erst Abends gegen 23 Uhr zurück in Hannover. Vor Ort war mir auch nicht langweilig und so passierte es, dass ich nicht einmal in meinen Feedreader schaute um mitzubekommen, was den Tag in der Welt passierte.

Das ist für mich durchaus ungewöhnlich, in der Regel nutze ich kurze Wartezeiten zwischendurch um wenigstens einmal zu schauen, was so los ist, auch wenn ich vielleicht keine Artikel lese. Aber wenigstens mitbekommen, was so in der Welt passiert, das tue ich eigentlich immer. Als ich dann Abends zuhause war und eigentlich wahnsinnig müde, scrollte ich aber dennoch einmal schnell durch meinen Feedreader und da kam mir dieser Satz so über die Lippen, als meine Freundin mich fragte, was ich noch mache.

„Nur kurz gucken, ob‘s Kuba noch gibt“. Was normalerweise total bescheuert klingt, weil ein Land ja nicht mal eben so „nicht mehr existiert“, ist es doch in der aktuellen politischen Weltlage, besonders seit Anfang 2026, gar nicht mehr so bescheuert. Natürlich würde es Kuba noch geben, aber eben eventuell nicht mehr so, wie wir es kennen. Besonders vor dieser besagten Berlin-Reise hatte Trump mal wieder mehrere Äußerungen in Richtung Kuba getätigt, die klar machten, dass er den Karibikstaat als seinen Spielball betrachtet. Im Kontext, dass die USA alleine in den ersten drei Monaten dieses Jahres den Präsidenten Venezuelas entführt haben, über Grönland sagen „Wir müssen es einfach haben“ und sich anscheinend nur vom NATO-Generalsekretär abhalten lassen und dann – ohne sich mit irgendwelchen Verbündeten abzusprechen – Iran angreifen, kann man Trumps Äußerungen über Kuba leider nicht völlig ignorieren.

Keine Frage, ich hab in meinem Leben schon ein paar weltbewegende Ereignisse mitbekommen, die sich nicht (lange) vorher angekündigt haben. Sei es 9/11, die Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in Japan 2011, der selbst erlebte Taifun Hagibis 2019 in Japan oder mit direktem Bezug zu Kuba sogar der Tod Fidel Castros. Aber das Gefühl, das die freidrehenden US of A aktuell hinterlassen, ist doch etwas anders. Einen Tag keine Nachrichten mitbekommen und man hat das Gefühl, dass es möglich ist, dass etwas passiert ist, was man vorher nicht einmal in Betracht gezogen hat. Komische Zeiten in denen wir leben.

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