David Lynchs Œuvre
„Twin Peaks“ war vergangenes Jahr mein Einstieg in das Werk von David Lynch und ich plante mir mehr von ihm anzusehen. Bald darauf folgten „Eraserhead“ und „Mulholland Drive“. Mittlerweile haben sich noch ein paar Filme dazu gesellt.
Das Kino bei mir um die Ecke hat das Jahr über fleißig weiter Filme von Lynch gezeigt und ich habe die Gelegenheit weiter wahr genommen. Vor einigen Wochen habe ich „Der Elefantenmensch“ gesehen, ein toll erzählter Film basierend auf der wahren Geschichte von Joseph Merrick, in der Besetzung unter Anderem Anne Bancroft, Anthony Hopkins und John Hurt.
Bei Netflix konnte ich in der Zwischenzeit noch „Blue Velvet“ sehen. Den fand’ ich zwar auch nicht schlecht, aber für einen Lynch-Film fast schon zu normal. Auch hier keine unbekannten Namen (der Zeit) in der Besetzung: Kyle MacLachlan, Isabella Rossellini, Dennis Hopper und Laura Dern.
Vor kurzem lief dann „Lost Highway“ im Kino in der Spätvorstellung. Ich hatte vorher schonmal gehört, dass er Ähnlichkeiten zum zwei Jahre späteren „Mulholland Drive“ haben soll, aber jetzt kann ich das auch nachvollziehen. Dabei ist es nicht so, dass die beiden Filme ein Abklatsch voneinander wären und Lynch die selbe Geschichte zwei Mal erzählen würde. Man hat nur das Gefühl, dass er in „Lost Highway“ erste Idee zu einer Art des Erzählens hatte und diese dann in „Mulholland Drive“ noch konsequenter umgesetzt hat.
1984 kam Lynchs „Dune“-Verfilmung raus – auf Deutsch „Der Wüstenplanet“. Kürzlich hab ich den nun bei Apple TV ausgeliehen (dort gab’s den nämlich in 4k) und ich war überrascht. Natürlich hatte ich die letzten Jahre die Denis Villeneuve-Interpretationen des Buches gesehen und finde sie toll. Damit kann Lynchs Film nicht so ganz mithalten, aber er ist eben auch von 1984. Ich war überrascht in wie vielen Teilen sich die Filme gleichen. Klar, sie basieren beide auf den selben Büchern, aber Literaturverfilmungen werden ja durchaus gerne auch mal anders interpretiert für die Filmadaption und dann kommen da recht unterschiedliche Filme raus. Auch dass Lynchs „Dune“ manchmal etwas als Trash abgetan wird kann ich für mich so nicht bestätigen. Wie schon gesagt, ein Film der 80er, keine Frage, aber Trash? Nein, so kam mir das nicht vor.
In ein paar Wochen steht der letzte Film von Lynch auf meinem Plan, der im Kino bei mir um die Ecke gezeigt wird und zwar Twin Peaks – Der Film. Ich bin mal gespannt, wie das Prequel zur Serie sein wird. Danach fehlt mir von seinen Filmen nur noch „Wild at Heart“, „The Straight Story“ und „Inland Empire“. Mir gefällt es gerade ganz gut mich in relativ kurzer Zeit dem Gesamtfilmwerk eines Regisseurs zu nähern. Man sieht dabei gut was seine Stilmittel und wiederkehrenden Motive sind. Das würde sicherlich nicht mit jeder Person auf dem Regiestuhl so gut funktionieren, aber David Lynch hat häufig seine ganz eigene Art der Erzählung gehabt, Brüche mit Konventionen und Sehgewohnheiten und doch wiederkehrende Elemente innerhalb seiner Arbeiten.
Wer jetzt übrigens auch Lust auf Lynch hat: Bei Arte gibt es aktuell alle drei Staffeln von Twin Peaks kostenlos zum Streamen!