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Perfect Days

Durch eine Unterhaltung mit einem Arbeitskollegen bin ich kürzlich auf Wim Wenders Film „Perfect Days“ aufmerksam geworden. Der Film hat nicht viel Dialog und man begleitet hauptsächlich Hirayama dabei, wie er im Tokioter Stadtteil Shibuya seinem Job nachgeht: Öffentliche Toiletten putzen. Was erstmal nicht spannend klingt ist tatsächlich ein sehr schöner Film geworden.

Für die Olympischen Sommerspiele in Japan 2020 wurden in Tokio 17 öffentliche Toiletten gebaut, die besonders ästhetisch sein sollten und von renommierten Architekten und Designern geplant wurden. Wim Wenders sollte einen Dokumentarfilm über die Toilette bzw. das Kunstprojekt drehen, er entschied sich hingegen seinen Spielfilm zu machen und stattdessen die Toiletten als Kulissen zu verwenden.

Wie bereits erwähnt begleitet man den Protagonisten Hirayama durch seinen Arbeitsalltag. Wie er morgens aufsteht, sich fertig macht, zur Arbeit fährt, sie verrichtet und dann seinen Feierabend verbringt. Sein junger Arbeitskollege stiftet etwas Chaos, Hirayamas Nichte Niko taucht plötzlich bei ihm auf und wir begleiten ihn beim Besuch in der Badeanstalt, wenn er in die Bar zu „Mama“ geht, in der Nudelbar was isst, ein neues Buch kauft oder in einem Musikgeschäft neue Kassetten entdeckt – denn die hört er täglich im Auto.

Der Film ist sehr entschleunigt und angenehm zu schauen. Im Soundtrack finden sich Klassiker wie Nina Simones „Feeling Good“, Otis Reddings „(Sittin’ On) The Dock of the Bay“ und natürlich auch Lou Reeds „Perfect Day“.

Wer jetzt Interesse hat und den Film gerne mal sehen möchte hat Glück, bis zum 13.05.2026 ist er noch in der ARD-Mediathek abrufbar. Ich würde empfehlen ihn auf Japanisch mit Deutschen Untertiteln zu schauen, es gibt nicht wahnsinnig viel Dialog und die Originalstimmen tragen zum Gesamtgefühl bei.

„Perfect Days“ in der ARD Mediathek

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