Mad Caddies im Faust in Hannover
Ein Bericht von meinem Besuch beim Konzert der Mad Caddies in Hannover, von dem ich keine 24 Stunden vorher erfuhr und doch noch sogar güstiger eine Eintrittskarte bekam.
Wie hätte ich mich doch geärgert, wenn ich erst später erfahren hätte, dass die Mad Caddies in Hannover gespielt hätten und nicht dort gewesen wäre?! Nachdem ich mich schon im Nachhinein so sehr ärgern musste, dass ich beim Hurricane 2006 die Mad Caddies noch nicht zu schätzen wusste, wäre das nun für mich eine Katastrophe geworden... Doch das Glück meinte es gut mit mir, denn am Abend vor dem Konzert war ich mit ein paar Freunden bei der Uni-Party für die neuen Studenten in der Uni-Mensa.
Beim Tanzen, es war grade ca. 2 Uhr, traf ich einen Kollegen, der mir
Es war soweit, Samstag der 21. April. Heute würde ich die Mad Caddies live sehen, ich freute mich riesig, aber ein Problem bestand noch: ich hatte keine Karte und ob es so kurzfristig noch welche an der Abendkasse geben würde? Ich war skeptisch, aber hingehen und es einfach zu versuchen wollte ich natürlich trotzdem. Also machte ich mich pünktlich zu 20 Uhr auf den Weg. Vor dem Faust war schon eine lange Menschenschlange, doch wie später mitkriegen würde, war die Schlange eigentlich noch recht kurz und ich hatte Glück, dass ich so früh dort war und daher relativ weit vorne in der Schlange stand. Eine Karte hatte ich allerdings immernoch nicht!
Wie es der Zufall so wollte stand hinter mir eine kleine Gruppe von ca. 3-4 jungen Leuten, die sich unterhielten und ich schnappte die Frage eines Mädchens an ihre Freunde auf: "Wisst ihr ob das Konzert ausverkauft ist? Ich hab´ nämlich noch eine Karte von einer Freundin, die ich noch versuchen sollte zu verkaufen, aber ob noch jemand Karten braucht?". Das war genau der Satz, den ich erhofft hatte zu hören, also schnell umgedreht und nett gesagt "Hi, also ich bräuchte noch eine Karte und würd´ die gerne nehmen!?". Das Mädchen war einverstanden, aber dann fragte ich nach dem Preis. Sie fragte, wieviel ich denn geben würde. Aber während ich noch am Überlegen war, wieviel mir dieses Konzert wert ist, unterlief sie ihre Frage schon durch ein einfaches "Zehn?". Ich war zunächst verwirrt und fragte nach ob sie zehn Euro mehr als den Normalpreis meinen würde, aber wie sie mir erklärte meinte sie wirklich nur 10 Euro, obwohl die Karte im Vorverkauf regulär 14,50 Euro bzw. an der Abendkasse 16 Euro gekostet hätte. Ihre Erklärung dafür war, dass es ja eh nicht ihre Karte sei und ihre Freundin sicherlich glücklich wäre, dass sie überhaupt noch etwas dafür bekommen hat – wow, so viel Freundlichkeit hatte ich ehrlichgesagt in einer Großstadt nicht erwartet.
Meine Karte hatte ich nun jedenfalls, das größte Problem war gelöst und ich war freudig gespannt auf das Konzert. Alleine zum Konzert gehen ist ja nicht unbedingt immer das Tollste, aber mir blieb nichts anderes übrig, da mein Kollege nun inzwischen auch noch abgesagt hatte – egal, ich würde trotzdem meinen Spass haben, da war ich mir sicher!
Endlichen drinnen angekommen –man musste sich nicht einmal einer Leibesvisitation unterziehen, wie ja sonst eigentlich üblich bei Konzerten– verschaffte ich mir erstmal einen Überblick: Kenne ich wen? Wo werd ich versuchen nachher zu stehen? Gibt es hier irgendwo Merchandising-Artikel? Die Frage waren schnell beantwortet, "Nein", "Vorne links, erste Reihe" und der Merchandising-Stand war auch gleich gefunden, also erstmal hin und ein schönes T-Shirt gekauft, ich muss sagen, besonders teuer waren sie gar nicht und dennoch von guter Qualität. Anschließend hab ich mir noch schnell ein Bier bestellt, man will ja nicht, dass man von der Hitze und dem Stehen austrocknet und einem dann die Nieren schmerzen. Kurz darauf nahm ich meinen Platz ein, erstmal noch mittig und nicht ganz vorne – war ja erstmal nur die Vorband. Apropos Vorband, der Support der Mad Caddies war die Band "Pepper", die mir ebenfalls sehr gut gefallen hat. Schöner Ska-Punk, daher auch wunderbar zum Einstimmen auf den Haupt-Act. Die Leute war schon bei Pepper gut am Tanzen und sie wurden ihrer Rolle als Einheitzer auf alle Fälle gerecht. Ich war jedenfalls schon nach den ersten paar Liedern in die zweite Reihe vorgedrungen und hatte dort meinen Spaß.
Pepper spielten etwa eine Dreiviertelstunde lang. Die Zeit war auch gut bemessen, nicht zu kurz, aber auch nicht zu lang, dass man unter Umständen schon kaputt gewesen wäre am Ende. Nun war erstmal eine kurze Pause angesagt und das Warten ging weiter, aber ich hatte wenigstens schonmal einen guten Platz, direkt an der Bühne.
Dann war es endlich soweit, um kurz nach 22 Uhr wurde es wieder Dunkel, die Leuten nahmen Ihre "Plätze" ein und alle warteten voller Vorfreude. Ein Vorhang bewegte sich zur Seite und der Schlagzeuger (Brian) der Mad Caddies betrat die Bühne. Er kam zu uns an den Bühnenrand, beugte sich etwas runter, hielt uns seine Hand zum "abklatschen" hin und fragte "You will rock tonight, right?" und gleich nochmal "You will rock tonight, right?", er bekam ein lautes "Yeah!" und einen Abschlag in seine Hand als Antwort woraufhin er sich hinter sein Schlagzeug setzte und das Konzert damit begann.
Die Mad Caddies spielten ein grandioses Lied nach dem nächsten und die Wiedererkennbarkeit der Songs von den CDs war enorm. Die Menge war am tanzen, hüpfen, springen und laut mitsingen, besonders "schlimm" war es beim Lied Monkeys, wer es kennt, weiß wieso, aber es hat einen riesigen Spaß bereitet. Vor der Bühne ging es zugegebenermaßen nicht grade wie beim Schach zu, aber man war ja schließlich auf einem Ska-Punk - Konzert und wär wohl auch etwas enttäuscht, wenn es so "ruhig" gewesen wäre. Aber auch die Mad Caddies selbst waren sehr aktiv auf der Bühne, tanzen und sprangen herum und boten eine wunderbare Show zur ebenso wunderbaren Musik, so passierte es auch, dass ich aus versehen dem Trompeter (Keith) gegen den Mikrophonständer schlug, als er grade dem Bühnenrand gefährlich nahe kam. Aber eine entschuldigende Geste mit der Hand meinerseits und ein verständiger Blick seinerseits klärten den kleinen Zwischenfall. Ein weiterer Höhepunkt war, als der Posaunist Ed ein Stück "unten" im Publikum spielte, nachdem dem Menge ihm ausreichend Platz gemacht hatte. Das dauerte allerdings nicht lange, denn schließlich wollte jeder gerne mal den Posaunisten hautnah spielen sehen.
Nach ca. eineinhalb Stunden feinstem Ska-Punk – nur kurz für ungefähr 2 Minuten unterbrochen, als sich die Band "erholen" musste und wir natürlich alle schon nach "Zugabe" brüllten– war das Konzert dann vorbei, wirklich und endgültig. Es war zwar schade, aber dass der Abend auch mal ein Ende haben würde, war ja auch klar. Einige aus dem Publikum bekamen noch die inzwischen schon üblichen Give-Aways der Band (Sticks, Plektren, etc.), wer nichts bekam bemühte sich selbst noch um etwas,ich zum Beispiel habe mir als Andenken ein Stück der Setlist von der Bühne geschnappt.
Danach machten sich dann die meisten, wie ich auch, wieder auf den Weg nach Hause, man war schließ vollkommen durchnässt und ein wenig kaputt vom langen stehen, vielen tanzen, jubeln und singen, aber das war es definitiv wert!