HH maczarr.de

Ton-Assistent beim Film "Kühe schubsen"

Hier lernte ich dann auch meinen Tonmeister Holger Jung kennen. Wir verstanden uns auf Anhieb gut, er wies mich ein wenig in die Technik ein, zeigte mir wie man den Ton angelt und das Mikro plus Angel zusammenbaut und erzählte ein bisschen was über den Rekorder, den er verwendete. Holger hat ein eigenes Tonstudio in dem er unter anderem schon mit den H-Blockx ihr erstes Album aufgenommen hat, außerdem ist er viel für Dokumentarfilme tätig. Am frühen Abend war der Drehtag zuende und die Dispos für den nächsten Tag wurden ausgeteilt.

Tag 2 – Sonnenaufgang deluxe

Am zweiten Drehtag waren wir wieder in Osteel, zuerst nur wenige Häuser weiter als am Vortag, auf der anderen Seite der Kirche bei einem Bauernhof. Es war wieder 6:15 Uhr in der Früh und das Team trudelte langsam ein. Es sollten einige Szenen im Morgengrauen gedreht werden und es wurde emsig daran gearbeitet die Technik und alles in Position zu bringen, bevor die Sonne soweit aufgegangen war, dass die Morgenstimmung sich verabschiedet hätte. In der Zeit konnte ich einen wunderschönen Sonnenaufgang beobachten, das Wetter war klar und dazu standen wir noch in bester Position mit dem Set.
Die Dreharbeiten liefen gut. Da hatte der Regisseur noch die Idee, den Bauern ein wenig plattdeutsch sprechen zu lassen, damit es noch etwas authentischer wirkt. Die Außer-Friesischen haben so ziemlich nichts verstanden, aber vertrauten mal darauf, dass mit ihnen kein Schindluder getrieben wurde, die ostfriesischen Helfer vor Ort hatten sichtlich ihren Spaß, dass man sie nicht verstand, wenn sie wollten.
Nach den Szenen am Bauernhof ging es erstmal zum nächsten Set rund um den osteeler Kirchturm. Da die Kamera hier nun die laufenden Protagonisten filmte, mussten Schienen verlegt werden, auf der die Kamera fahren konnte. Holger und ich stimmten uns ab wie wir mitlaufen wollten um nicht der Kamera in die Quere zu kommen, aber natürlich trotzdem immer den besten Ton zu bekommen.
Am zweiten Tag nun kam auch der Stills-Fotograf und ich dachte ich seh nicht richtig, den kenn' ich doch. Ebenfalls ein engagierter Ostfriese war für die Fotos am Set zuständig, Carsten. An diesem und den nächsten Tagen unterhielten wir uns ständig während der Drehpausen oder wenn mal gewartet werden musste.
Nach der Mittagspause ging der Dreh weiter, diesmal auf der anderen Seite des Kirchturms und in einer Scheune. Wie immer war ich bei den Besprechungen des Regisseurs mit dem Kameramann und den Schauspielern am Set dabei, um schonmal mitzubekommen, wann Sprechwechsel waren oder plötzliche Ereignisse eintraten, auf die ich reagieren musste. Abgesehen davon musste ich austarieren wo ich stehen konnte um gut angeln zu können, aber auch nicht den Schauspielern, der Kamera oder den Belichtern im Weg zu stehen.